nach Belize... |
Zwei Monate ohne Grenzübergang, fast haben wir vergessen, über was man sich da alles Gedanken machen muss. Diesmal brauchen wir nur den Stempel im Pass für die Ausreise aus Mexiko, denken wir jedenfalls. Die wollen uns den Stempel nur geben gegen Zahlung einer erheblichen Ausreisesteuer.
Diese 861 Pesos haben wir doch gerade erst bezahlt, tatsächlich war das aber bei der letzten Einreise über Land. Wahrscheinlich haben wir die Touristen Steuer mit dem Flug nach Cancún bezahlt, darüber haben wir aber keine Quittung. Wir beißen in den sauren Apfel und zahlen erneut, natürlich nur bar und eine Quittung kriegen wir auch nicht. Komischer Ablauf. |
erster Stop: Corazal... |
Nach ein paar Kilometern ist die Einreise in Belize verhältnismäßig entspannt. Ein bisschen das Auto einsprühen hier, ein bisschen Gebühr da, eine Durchsuchung des Autos findet nicht statt. Das finden wir besonders gut, da wir uns nicht strikt an die Vorgabe gehalten haben, keinerlei Lebensmittel im Kühlschrank oder sonstwo im Auto zu haben.
Das kurze Bangen hat sich also gelohnt, Belize ist nämlich das teuerste Land unserer gesamten bisherigen Amerika Reise, und es ist immerhin schon das 18. Land auf dieser gesamten Reise. Wie vorher geplant, findet sich gleich im ersten Ort ein netter Stellplatz, sowohl kostenlos als auch fast direkt am Meer, in Corazal. |
ins verträumte Dorf Sarteneja... |
Weiterfahren ist heute nicht mehr, dafür hat es an der Grenze zu lange gedauert. Geldautomat und Handykarte sind erst für den nächsten Tag geplant. Wir lernen schnell, umzuplanen. Geld bekommen wir, Handykarte nicht.
Wir sind nun aber auch aufgebrochen in ein besonders verträumtes Dorf, da stehen wir zwar exquisit in Strandnähe und haben sogar ein freies WLAN von der Gemeinde. Da wo uns die Einheimischen hinschicken, gibt es aber keine SIM-Karten. Eigentlich ist hier Englisch die Amtssprache, fast alle bevorzugen aber spanisch. |
beim Kinder - Weihnachtsfest... |
Der Ausgleich besteht in der Farbe des Meeres, das ist einfach irre, allerdings ist das Wasser etwas trübe und deswegen springen wir nicht rein. Als Zugabe gibt es eine Weihnachtsfeier der örtlichen Grundschule und vielleicht auch des Kindergartens.
Ganz viele herrlich geschmückte, also sowohl geschminkte als auch verkleidete Kinder treten auf und wir genießen die Freude und den Stolz der Eltern mit. Es erinnert sehr an vergleichbare deutsche Feiern. Alles wird sowohl auf englisch, als auch auf spanisch angesagt. Es gibt ein Kuchenbuffet und alle haben riesigen Spaß. Wir ziehen uns ins Auto zurück, so richtig dazu gehören wir natürlich nicht. Schöne Fotos vom Sonnenuntergang machen wir trotzdem... |
zum Abkühlen in den Fluss... |
Irgendwann muss man auch kleine Paradiese verlassen, es geht also quer durchs Land mit dem Plan, entweder auf die Cayes, also die kleinen, vorgelagerten Inseln zu fahren oder zumindest auf eine Halbinsel, da soll es ähnlich schön sein. Leider ändert sich das Wetter relativ rapide, es beginnt zu regnen, und es ziehen überall Wolken auf. In einer Regenpause kommen wir an einem netten Flussbadeplatz vorbei.
Herrlich erfrischendes Wasser, leider auch sehr aktive Mücken. Zwei nette Amerikaner baden neben uns, beide holen ihre Hochzeitsreise nach, zusammen haben sie wohl vier Kinder und arbeiten bei der Navy als Sprachexperten für Farsi. Unterm Strich sind sie also mit dem Abhören der iranischen Regierung beschäftigt. Beide haben sich für die Demokraten engagiert in Wahlkämpfen und leiden jetzt unter Trump. Mal sehen, ob sie sich melden, versprochen haben Sie es. |
nach Dangriga... |
Bei Einbrechen der Dunkelheit erreichen wir den Ort Dangriga, Stellplatz wieder direkt am Meer, zwischen Pfützen und der offenen See. Heftiger Regen setzt erneut ein, ob wir ins Meer geschwemmt werden? Morgens stellen wir fest, dass die Pfützen zwar noch größer sind, aber das Land hält.
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Wir gehen mal zu Fuß den Ort erkunden und wollen uns nach Fähren erkundigen auf die Inseln. Allerdings macht das Wasser des Meeres den Eindruck, durch den vielen Regen völlig eingetrübt zu sein, soweit das Auge reicht, ist das Meerwasser schlammbraun.
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Ganz frisch gekauft... |
An einem Fischstand sind doch einige Leckereien zu beobachten. Der Fisch wirkt wirklich frisch und wir lassen uns zwei Red Snapper ausnehmen. Und als der Preis für ein Pfund Langustenschwänze mit zehn Dollar genannt wird, können wir erneut nicht widerstehen.
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Mark und Vanessa... |
Ein netter Ami fragt nach Krabben, die soll es nachmittags geben. Er ruft uns zu, dass er jetzt in die nächste Kneipe geht, wir sollten doch auch kommen. Gehört getan, wir treffen ihn in der Sea-Breeze, also der See Brise. Nicht nur Kneipe, es ist auch ein gut besuchtes Restaurant. Mark ist ein sehr offener und direkter Kerl von 125 kg. Natürlich schwärmt er vom derzeitigen Präsidenten der USA und empfiehlt uns das gemischte Cevice (Krabben und Fisch roh mariniert mit Limonensaft). Wir trinken zwei Bier mit ihm, und am Ende lädt er uns großzügig ein.
Dazwischen tauschen wir uns über Politik aus und sind uns einig, dass wir uns überhaupt nicht einig sind. Er ist inzwischen wohl Staatsbürger des Gastlandes und hat eine nette, sehr viel jüngere, belizianische Freundin Vanessa. Er schwärmt von der Siedlung, in der er lebt und bietet uns an, bei jedem Immobilien Investment sofort behilflich sein zu können. Wir sind da etwas skeptisch, es ist uns zu warm und zu feucht im Land. Das kann er verstehen, zumal jetzt die kühlste Zeit des Jahres ist und wir gleichwohl rund um die Uhr schwitzen. |
nach Hopkins... |
Von Dangriga geht es über einen erneut wunderschönen strandnahen Übernachtungsplatz in Hopkins weiter auf eine Halbinsel, soll wie ein mit dem Auto erreichbarer Caye sein, also wie eine Karibikinsel. Placencia heisst das Ziel, auf dem Weg dahin zahlreiche edle Strandhäuser von Amis, geschätzt jedes zweite mit einem Verkaufsschild. Leider wird das Wetter immer regnerischer, die Vorhersage für die Cayes ist bescheiden….das Tauchen streichen wir aus unserer Planung. Etwas ärgerlich.
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Placencia... |
In Placencia finden wir die fettesten Geschwindigkeitsbremser aller Zeiten. Riesige Rampen, die man wirklich nur mit Schrittgeschwindigkeit überfahren kann. Trotzdem enorm viel Verkehr und eng ist es auch. Der Ort ist nicht wirklich schön, hat aber viele Kneipen und Restaurants.
Richtig nett ist ein Weg in der Nähe des Strandes, da erkunden wir den Ort und stoßen, unter anderem auf einen Weihnachtsbaum Verkäufer, der aus Palmenblüten etwas gebastelt hat, was wie ein Weihnachtsbaum aussieht. Wir beobachten einen Fischverkäufer, dessen Ware leider schon komplett vermarktet ist. Sonst hätten wir da ein paar schöne Fischsteaks erwerben können. Man kann nicht alles haben. Wir bleiben am Thema Tauchen dran, allerdings haben alle Tauchshops geschlossen, anrufen geht auch nicht. So verschieben wir das auf den nächsten Tag und parken auf einem großen Parkplatz in der Nähe des Strandes. Es regnet fast die ganze Nacht, nebenan durchsucht die Polizei einen Verdächtigen, wohl wegen Drogen. Morgens laufen wir los, in etwas Entfernung gibt es noch einen Tauchshop und mit viel Glück machen wir eine kurze Pause in einem sehr schönen Cafe. Kaum sitzen wir gemütlich mit Aussicht, schüttet es draußen wie aus Kübeln. Tja, Belize möchte uns nicht verwöhnen. |
auf dem Hummingbird (Kolibri) Highway...
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Wir brechen das mit dem Tauchen ab, gehen nach Hause und fahren dann weiter in Richtung Hummingbird (Kolibri-) Highway. Der wird von allen Reiseführern empfohlen, er bietet wirklich sehr schöne und abwechslungsreiche Landschaften, führt langsam in die Höhe und an Höhlen und Wasserfällen vorbei.
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im Garten Eden? |
Ein Stopp ist eine Käserei, da erwerben wir frischen Ziegenkäse und ein großes Eis auf die Hand. Derweil regnet es und es regnet und es regnet und wir lassen den Stopp an einer empfohlenen Höhle sausen.
Die Übernachtung müssen wir auf freier Strecke organisieren, nach rechts geht es in einen landwirtschaftlichen Bereich und wir parken ziemlich eben - inmitten von Obst und Gemüse. Morgens kommen mehrfach Mopedfahrer und ernten Kürbisse. Wir sehen im Umfeld Bananen und Maracujas, Kokosnüsse, Ananas und Papayas. Schon paradiesisch hier und dass es für so viel Grün auch regnen muss, das liegt auf der Hand. |
in die Hauptstadt Belmopan... |
Natürlich wollen wir auch die Hauptstadt des Landes besuchen. Die ist ein bisschen kleiner als unsere Heimatstadt Lemgo, eine sogenannte Plan-Stadt mit allen Regierungsgebäuden um einen zentralen Platz angelegt.
Wir parken zwischen Außenministerium und Präsidentinnenpalast, die edle Lage wird uns aber erst vollständig bewusst beim Spaziergang am nächsten Tag. Die Menschen in den verschiedenen Ministerien sind sehr nett und lassen uns hineinschauen, renoviert wird leider das Parlament und etwas kümmerlich erscheint uns der höchste Gerichtshof. Schaut euch die Bilder an und sagt, was ihr dazu denkt. |
Tschüß, Belize... |
Leider waren wir nur eine Woche in Belize, tropischer Regen hat uns im Ergebnis vertrieben. Schön und interessant war es trotzdem, das Land gilt als teuer. Tatsächlich liegt es in einer Rangliste der Preise sogar noch vor Costa Rica.
Erst 1981 unabhängig geworden von der Kolonialmacht England vermittelt sich uns der Eindruck einer sehr gespaltenen Gesellschaft. Viele arm wirkende Garifunas (Nachfahren von westafrikanischen Sklaven und Ureinwohnern) und gleichzeitig viele daueransässige Amerikaner, die sicher zum Anstieg der Preise erheblich beitragen. Sehr lecker und preiswert gegessen haben wir in einem kleinen indischen Restaurant ganz in der Nähe der Regierungsgebäude. Der Besitzer und Koch wollte unbedingt noch ein Bild mit uns und da haben wir natürlich auch eins mit ihm gemacht. Vor, während und nach des Essens schüttete es in Strömen - ob wir deshalb die einzigen Gäste waren? |
Fazit... |
Ganz anderes Thema: In eigentlich keinem Land auf unserer Reise wurden wir so oft aktiv angebettelt wie hier in nur einer Woche, das ist nicht immer schön. Viele Bettler haben sich auch eine schöne Geschichte zurecht gelegt, einer wollte unbedingt arbeiten und brauchte dafür irgendeinen Ausweis und dafür muss er irgendwo hinfahren und dafür brauchte er 26 $. Unter fünf Dollar bettelte keiner, Erfahrung macht klug und der ein oder andere wird damit bei anderen Erfolg gehabt haben.
Wir fühlten uns zu jedem Zeitpunkt sicher, und alle Einheimischen waren sehr freundlich zu uns, ob reich oder ob Bettler. Vielleicht schaffen wir es irgendwann noch mal ins Land und dann würden wir gerne mit einem Boot von Insel zur Insel fahren und uns das große Barriereriff genauer ansehen. Eine Reisebekannte hat uns Bilder gezeigt, die sehr viel Appetit auf so etwas machen. Angefütterte Haie und Rochen, fantastische Strände und schönstes Wetter. Vielleicht irgendwann mal. |




















































