Auf nach Guatemala... |
Dass beim Grenzübergang nicht auch das Wetter besser wird, ist eigentlich jedem klar. Nur wir bestaunen diesmal beide, dass die Vorhersage für Guatemala überraschenderweise auch regnerisch ist.
Die Formalitäten beim Grenzübergang sind zwar nicht schwierig, aber zeitraubend. Vor uns scheint ein ganzer Reisebus angekommen zu sein. Geschätzt 20 Personen stehen nun vor uns in der Schlange. Erst warten wir gefühlte Ewigkeiten, um die Einreisegebühr für Guatemala zu bezahlen. Dazu muss der Sachbearbeiter alle Daten aus dem Pass in sein EDV-System eintippen und dann das Geld kassieren. Erst dann darf man in die zweite Schlange und bekommt dort - nach Prüfung - den ersehnten Stempel. |
Grenzstadt
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Prompt ist es dunkel, als wir endlich in Guatemala einreisen. Wie gut, dass Overlander im Grenzort „Melchor de Mencos“ auf dem Hof der Feuerwehr willkommen sind. Hier darf man nicht nur kostenlos auf deren Gelände stehen sondern auch die Klos und die kalte Dusche nutzen. Was für eine Gastfreundschaft….
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Auf dem Weg dahin stürmen wir noch einen Supermarkt. Bei den Preisen in Belize hatten wir dort ja wirklich nur das Nötigste gekauft. Direkt gegenüber des Supermarkts ist eine Art Weihnachtsmarkt mit kleinen Streetfood -Ständen. Hier gönnen wir uns noch ein paar lokale Kleinigkeiten, Tacos und Enchiladas. Im Dicken kann die Küche kalt bleiben.
Morgens schnell die üblichen Besorgungen in einem neuen Land: SIM Karte fürs Handy und Bargeld. Und schon geht die Fahrt weiter in Richtung Westen. Obwohl wir mit Guatemala steile, enge Straßen verbinden, ist es hier entspannt eben. Die Straße ist recht gut, wir kommen super voran. |
Tikal... |
Unser Ziel ist Tikal. Thomas konnte online sowohl die Eintrittskarten als auch eine Nacht auf dem Campingplatz im Nationalpark kaufen. Alles klappt gut, die Bestätigungs-Mail reicht bei der Kontrolle 15 km vor dem Ziel für die Weiterfahrt.
Auf dem Campingplatz bekommt jedes Auto einen Parkplatz auf der Wiese vor einer betonierten, überdachten Fläche, auf der man sein Zelt aufbauen oder wo man seine Hängematte aufhängen kann. Wir sind überrascht, dass doch einige Reisende in ihren Hängematten schlafen. |
Tempel IV... |
Wir gehen früh ins Bett, denn der Eingang zu den archäologischen Stätten öffnet um sechs Uhr. Pünktlich zeigen wir unsere Eintrittskarten vor. Wir haben uns - auch wegen der Wettervorhersage - gegen die organisierte Sonnenaufgangstour entschieden. Die beginnt bereits um vier Uhr…
In der Hoffnung, dass sich trotz der Wolkendecke ein freier Blick von Tempel IV auf und über den Regenwald bei Sonnenaufgang ergibt, spurten wir in der Dunkelheit zum selben Ziel wie die organisierten Gruppen. Mit Taschenlampe bewaffnet suchen wir den schnellsten Weg zu Tempel Nr. IV. Dort angekommen, heißt es, die vielen Stufen bis zur Aussichtsplattform zu erklimmen. Oben angekommen, treffen wir die vielen Menschen, die um vier Uhr gemeinsam losmarschiert sind. Wir kommen ziemlich pünktlich zum Sonnenaufgang, sehen aber - wie alle anderen auch - nur Wolken und Nebel. Die organisierten Gruppen verlassen langsam wieder die Plattform. Plötzlich sieht man ganz kurz die Sonne in den Nebelschwaden… So genießen wir die nun fast leere Aussichtsplattform an Tempel IV. |
Tikal... |
...war eine der bedeutendsten und größten Städte der klassischen Maya-Periode (3. bis 9. Jahrhundert). Die Stadt liegt inmitten des tropischen Regenwaldes des Petén und ist heute sowohl UNESCO-Weltkultur- als auch Weltnaturerbe.
Zur Blütezeit lebten hier schätzungsweise 50.000 bis 100.000 Menschen in einem Gebiet mit über 3.000 Gebäuden, darunter beeindruckende Tempelpyramiden und Paläste. Einige Tempel erheben sich markant über das Blätterdach des Dschungels und sind aus lokalem Kalkstein erbaut. Die Stadt wurde im 10. Jahrhundert verlassen, der Dschungel eroberte die Ruinen zurück, bis sie im 19. Jahrhundert wiederentdeckt und erforscht wurden. Obwohl immer noch nebelig, erkunden wir nun das ganze Gebiet, hören unterwegs Brüllaffen und viele Vögel. Gefühlt sind wir fast alleine in diesem riesigen Gebiet. In aller Ruhe versuchen wir nun, Tempel für Tempel zu finden und zu erkunden. Das klappt auch ganz gut, das Wetter ist deutlich besser als befürchtet und das wollen wir ausnutzen. |
eine Maya Zeremonie... |
Am großen Platz beobachten wir von oben, wie eine Maya - Zeremonie vorbereitet wird. Erst denken wir, dass dies eine Veranstaltung für Touristen ist. Zu Trommeln werden viele Kerzen in eine runde Feuerstelle gelegt.
Die Mayas versammeln sich darum, es wird gebetet, gesungen und getanzt… Frauen und Männer rauchen dabei dicke Zigarren. Einer Frau wird eine Art Indianerschmuck mit vielen bunten Federn umgelegt. Eine andere Frau bläst in eine große Muschel und erzeugt so tiefe Töne zu den rhythmischen Trommelschlägen. Bevor die vielen bunten Kerzen und damit das Feuer entzündet wird, werden alle umherstehenden Touristen gebeten, nicht mehr zu fotografieren oder zu filmen, da es sich um eine heilige Zeremonie handelt. Selbstverständlich halten wir uns ab diesem Zeitpunkt daran. |
neu ausgegraben... |
Bei der weiteren Tour durch Tikal entdecken wir sogar eine Tempelgruppe, die bei unserem letzten Besuch auf unserer Hochzeitsreise noch nicht ausgegraben waren. Hätten wir selbst natürlich nicht bemerkt…
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nachmittags gutes Wetter... |
Erst, als wir so viele Tempel bestiegen und gesehen haben, dass wir theoretisch die Anlage wieder verlassen könnten, gönnen wir uns eine Mittagspause. Wie cool, dass der Dicke quasi vor der Türe steht und wir uns dort was kochen können. Nach einem Nickerchen ziehen wir wieder los.
Jetzt besuchen wir gezielt noch einmal die hohen Tempel, die man besteigen kann, um von oben eine schöne Sicht auf die anderen Tempel und den Regenwald zu bekommen. Tatsächlich erwischen wir noch schöne Momente bei gutem Licht. |
Tiere... |
Gleichzeitig sehen wir wieder viele Vögel, Schmetterlinge, Iguanas und hören und sehen auch viele Affen.
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Um 17.00 Uhr wird die Anlage geschlossen. Danach dürfen nur noch die organisierten Gruppen zur Sonnenuntergangs-Tour rein. Mit den letzten Besuchern verlassen wir den Park. 16,8 km sollen wir heute gelaufen sein, so sagt jedenfalls die Uhr…
Natürlich ist es dunkel, als wir den Nationalpark verlassen. Müde parken wir den Dicken direkt hinter dem Ausfahrtstor vor einem Shop. Hier schlafen wir recht ungestört. Nach einem Frühstück mit Aussicht auf einen See stehen uns nun zwei Fahrtage bevor. |
Fahrn, fahrn, fahrn -
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Wir wollen rechtzeitig vor Weihnachten wieder Antigua erreichen. Und ca. 550 km sind mit dem Dicken in Guatemala schon ein Vorhaben.
Anfang läuft alles entspannt und geschmeidig. Noch immer sind die Straßen recht gut, breit und eben. Spannend wird es erst, als wir wieder in die Berge kommen und es dann nicht nur regnet, sondern schüttet. Eine Warnleuchte zeigt an, dass Bremsbeläge schwächeln, echt oder Kurzschluss wegen Nässe? Wir sind uns nicht einig, ob und wie schnell wir dafür in eine Werkstatt müssen. Im nächsten Ort ist laut App Ioverlander genau eine Werkstatt, wir fahren direkt dran vorbei. Prompt ist es ein Bremsenspezialist. Da durch den ganzen Ort ein Stau angezeigt ist, fahren wir kurzerhand in die Halle und fragen, ob er unsere mitgebrachten Bremsbeläge einbauen kann. Die Jungs machen einen guten Eindruck. Er nennt einen Preis von 40 Quetzales und ratzfatz haben unsere Bremsen neue Beläge! Umgerechnet zahlen wir nun € 4,50 und geben ein gutes Trinkgeld, was ihn völlig irritiert. In den Bergen und bei Regen ist es schwieriger als gedacht, jetzt einen Stellplatz für die Nacht zu finden. Immerhin schweigt die Bremsleuchte jetzt. Als wir am nächsten Tag in der Hauptstadt Guatemala ankommen, zeigt uns google maps so viele Staus, dass sich unsere Fahrtdauer gleich um einige Stunden verlängert. Dazu noch einmal in der Großstadt falsch abgebogen, wird es noch herausfordernder. Schlussendlich erreichen wir nach zwei langen und sehr anstrengenden Fahrtagen am 20.12. endlich den Stellplatz bei der Touristenpolizei in Antigua. Hier standen wir schon im Frühjahr. Die Lage ist ruhig und gleichzeitig zentral. Man bekommt Wasser und kann sogar das Grau- und Schwarzwasser in einen Kanal entsorgen. Hier können wir uns jetzt auf ein paar schöne Tage um Weihnachten freuen. Was wollen wir mehr? Warum die Feiertage dann doch nicht so entspannt sind, lest ihr bald im nächsten Bericht..... |
















































