Von Wikipedia wissen wir bereits: |
Nach altmexikanischem Glauben kommen die Toten einmal im Jahr zum Ende der Erntezeit zu Besuch aus dem Jenseits und feiern gemeinsam mit den Lebenden ein fröhliches Wiedersehen mit Musik, Tanz und gutem Essen.
Durch spanische Missionare, die vergeblich versuchten, das Fest abzuschaffen, wurden die Feiern mit dem Hochfest Allerheiligen und dem Feiertag Allerseelen zusammengelegt. Schon die Azteken sahen den Tod nicht als Ende, sondern als Anfang neuen Lebens; eine Übergangsphase zu einer anderen Daseinsform. In Vermischung mit dem christlichen Glauben entstand ein einzigartiges kulturelles Fest, das die Bräuche des vorspanischen Mexiko teilweise weiterleben lässt. |
zurück bei Oaxaca View... |
Das wollen wir natürlich erleben, deshalb sind wir schon wieder zurück bei OaxacaView. Denn Oaxaca ist quasi eine Hochburg in Sachen Dias de los Muertos.
Auf dem Campingplatz bekommen wir den letzten freien Platz. Vier Autos stehen schon da, beim Feierabendbier stellen wir uns mal vor. |
Eine nette Truppe bestehend aus Dagmar und Tommy aus München, Renate, Jürg sowie Ursi und Peter aus der Schweiz.
Mit Ursi und Peter haben wir schon schöne Stunden in El Salvador verbracht - was für eine Überraschung, die beiden wiederzusehen. Ein allein reisender Kanadier parkt neben uns. Den sehen wir leider selten. |
Auf zum Friedhof... |
Sabine und Stefan empfehlen, am Nachmittag des 31.10. zum Friedhof / Panteón in Xoxocotlán zu fahren. Ursi hat zwei Collectivos reserviert, die uns pünktlich abholen.
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Einige hundert Meter vor dem Friedhof ist die Straße bereits abgesperrt, nun geht es zu Fuß weiter.
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Festbeginn auf dem Friedhof |
Am Friedhof selbst ist noch nicht viel los. Das hat den Vorteil, dass wir uns in Ruhe die geschmückten Gräber ansehen und vielen Leuten beim Schmücken zusehen können.
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Die Blume der nächsten Tage ist die Totenblume, die orangefarbene Tagetes. Die sehen wir seit Tagen überall in Massen. Auch hier wird sie in Schubkarren transportiert.
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Alles orange hier?
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Die leuchtend orangefarbenen Totenblumen weisen den Verstorbenen am mexikanischen Tag der Toten den Weg.
In Mexiko ist die Farbe der Toten orange. Alljährlich werden dort zum „Tag der Toten“ (Día de los Muertos, 01./02. November) Städte, Dörfer und Friedhöfe in ein lebhaftes orange-gelbes Blumenmeer getaucht. Während dieser Tage sollen die Toten ihre Gräber verlassen, um zusammen mit den Lebenden zu feiern. Dabei kommt den Blumen, vor allem der leuchtend orangefarbenen „Totenblume“ (Flor de Muertos, Tagetes erecta), eine besondere Bedeutung zu. Mit Totenblumen werden für den Tag der Toten die Gräber der Verstorbenen üppig verziert und Girlanden oder sakrale Ornamente gebastelt. Der starke Duft der Blüten soll den Toten helfen, in die Welt der Lebenden überzutreten. Im Haus der Angehörigen werden aufwändig dekorierte Gabentische mit Blumen, Kerzen und persönlichen Geschenken für die Toten bereitgestellt. Für die Verstorbenen soll die leuchtende Farbe der Totenblumen besonders gut zu erkennen sein. Abgezupfte Blütenblätter, die vom Hauseingang bis zum Gabentisch auf dem Boden verstreut werden, sollen sicherstellen, dass die Toten die für sie bestimmten Gaben auch finden. Ein Teppich aus Blütenblättern soll auch dabei helfen, am Ende des Festes alle toten Gäste wieder in ihre Gräber zurückzuführen. So kommen die Toten nicht vom Weg ab und können die Lebenden nicht heimsuchen. |
Essensstände rund um den Friedhof... |
Mit Dagmar und Tommy essen wir an einem der vielen Essenstände, die rund um den Friedhof zu finden sind. Es gibt Tacos, das ist hier Pflicht.
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ab ins Zentrum... |
Dann lassen wir uns durch die angrenzenden Straßen treiben, bewundern street art, die geschmückten Gabentische der Häuser und die vielen Verkaufsstände.
Zurück auf dem Friedhof beobachten wir nun Touristengruppen und Fernsehteams. Auch als auf der großen Bühne die Livemusik beginnt, bleibt bei uns das Gefühl, dass die wirkliche Party woanders stattfindet. |
Kurzerhand fahren wir mit dem Bus ins Zentrum. Dort ist jetzt richtig Party.
Überall im Zentrum sind Bühnen aufgebaut, Livemusik und Tanz ist überall. Viele Menschen sind verkleidet oder zumindest als Catrinas geschminkt. Hintergründe zu den Catrinas findet ihr: HIER |
Der 1. November... |
Am nächsten Tag fahren wir direkt ins Zentrum. Diesmal beginnen wir vier den Abend mit einem Cocktail und einem Snack auf einer Dachterrasse. Wir wollen zur großen Parade, einem Umzug durchs Zentrum.
Chris will sich heute auch als Catrina schminken lassen. |
Es gibt ganze Straßenzüge, an der ein Maler neben dem nächsten seine Catrina-Schminkkünste anbietet. Allerdings warten vor jedem Künstler mindestens fünf Leute auf das Schminken.
Bei der geschätzten Wartezeit fragen wir nicht einmal nach dem Preis. |
der Umzug... |
Mehr zufällig laufen wir an den Umzug ran. Als wir an einer Straßenecke vorbeikommen, ist genau dort der Beginn.
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Nicht lange, dafür bunt, sehr laut und einfach wunderschön.
Macht die Fotos einfach groß! |
Unsere Gruppe feiert mit... |
Unsere Truppe trifft sich wieder und feiert an einer Bierbar mit vielen anderen. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, extrem international, sehr friedlich, sehr fröhlich, und irgendwie sind alle der berechtigten Überzeugung, genau an dem Ort zu sein, an dem man an diesem Tag sein sollte.
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Wir auch! Der Feiernachwuchs (wir sind mit die Ältesten) tanzt zu Macarena, ein DJ stachelt immer wieder nach Nationen unterteilt die Menge an. Ein riesiger Spass.
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die Schranke ist zu! |
Mit Dagmar und Tommi teilen wir uns wieder ein Taxi für die Rückfahrt. Da das ganze Dorf, in dem der Campingplatz liegt, ab 23 Uhr verriegelt wird, bringt uns das Taxi auch heute wieder nur bis zum Tor.
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Wir müssen drüber steigen und die letzten ca. 900 m zu Fuß hoch laufen.
Da kühlt man schnell wieder ab... |
die Luft ist raus... |
Am nächsten Tag ist bei uns beiden die Luft raus. Das geht den meisten unserer Nachbarn ähnlich.
Wir stürzen uns nicht noch einmal ins Getümmel, sondern bereiten unsere Abreise für den nächsten Tag vor. Nun heißt es Abschied nehmen! Das waren unvergessliche Tage mit euch, Dagmar, Tommi, Ursi, Peter, Renate und Jürg! |
Was uns allen im Vergleich zu deutschen Festlichkeiten auffällt: Alkohol spielt bei diesem Fest keine unangenehme Rolle.
Wir haben niemand gesehen, der zu viel Alkohol getrunken hat. Es gab auch nur wenige Bars, die Alkohol - im Wesentlichen an Ausländer - ausgeschenkt haben. |
Wer noch mehr Fotos sehen möchte...
Thomas hat einen kleinen Film geschnitten... |
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