in die Höhe... |
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Tisey... |
Die Straße ist erstaunlich gut, es geht flott voran und dann auch ziemlich steil auf der Panamericana in die Berge. Teilweise lange LKW Schlangen halten uns auf, irgendwann biegen wir ab und kommen auf das allerletzte Stück ohne Asphalt.
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Das ist kernig, es geht wirklich rumpelig und steil das letzte Stück bergauf. Dann erreichen wir aber einen wunderschönen Platz, niemand kümmert sich um uns und wir haben eine herrliche frische Nacht.
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Hunde gibt es hier....
Wandern zum
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Allerdings gibt es auch eine erhebliche Enttäuschung, weil unsere Erwartung etwas anderes hergab: der Platz soll Strom und Internet haben. Beides ist nicht wirklich gegeben.
Dafür müssten wir einen sehr engen Weg hinunter fahren, das schieben wir zunächst mal auf. Ein Feierabend Bier noch und Internet brauchen wir ja über Nacht nicht wirklich. Auch am Folgetag kümmert sich niemand um uns. |
Als wir in die Reichweite des Netzes vom lokalen WLAN fahren, hilft uns auch keiner, als das Internet überhaupt nicht mitspielt, bezahlen müssen wir trotzdem. Das angeblich vorhandene Restaurant motiviert uns auch nicht.
Eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt gönnen wir uns trotzdem. Steil geht es den Berg nach oben… Wir werden belohnt: was für eine Aussicht… |
Aber auch auf dem Weg ist viel zu entdecken:
auch in Nicaragua gibt es Kaffee... |
Am Stellplatz gefällt es uns aber immer noch nicht, wir machen uns auf die Suche nach einem anderen Platz in der Nähe.
Da gibt es den Apanás Stausee und an dem waren schon einige, |
das sieht charmant aus und wir nehmen auch gut 10 km unasphaltierte Strecke in Kauf.
Unterwegs sehen wir große Flächen, auf denen Kaffee getrocknet und verpackt wird. |
am Apanás Stausee... |
Direkt am See wurde eine kleine Tourismuseinrichtung aufgegeben, die Ebene und gepflasterte Fläche ist für uns perfekt.
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Wir können das Auto halb im Schatten der blühenden Korallenbäume parken und haben trotzdem Sonne auf den Solar Panels.
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Fische... |
Ein Fischer kommt an Land und hat ganz viele frisch gefangene Fische. Irgendwie verstehen wir uns nicht, der Kauf muss aufgeschoben werden. Um uns herum einige bewohnte Häuser, viele Hähne und Hunde. Wir fragen nach wegen der angebotenen Fische. Angeblich sind es Pangasius Barsche.
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Zwei Stück für drei Euro, da wollen wir doch mal sehen, was sich daraus machen lässt. Ganz überzeugt haben uns die Fische nicht. Vielleicht ist das Wasser doch etwas zu trübe. Jedenfalls eine sehr schöne Umgebung, die uns gleich drei Nächte bindet.
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Eintagsfliegen... |
Am ersten Abend jedoch große Aufregung… Kurz nach Einbruch der Dunkelheit - gegen 18.40 Uhr knallt es auf unserem Dach. Regnet es? Oder schüttet es? Der vorsichtige Blick nach draußen zeigt dunkelblauen Himmel und Sterne…
Was ist da? Viele, viele kleine Flugtierchen um den Dicken herum. Oh Gott! Was ist hier los? Was sind das für Viecher? Stechen die? Wir schließen sofort erst einmal alle Fenster. |
Als wir mit einer Taschenlampe nach draußen leuchten, sehen wir die unzähligen kleine Flieger… Nach einer guten halben Stunde ist der Spuk vorbei. Erst am nächsten Morgen finden wir viele kleine Leichen. Das Internet hilft: es sind Eintagsfliegen.
Wir lernen: Jeden Abend um die selbe Zeit das selbe Spektakel. Jeden Abend um die selbe Zeit das Ende des Spektakels. |
Ceramica negra... |
Irgendwann muss es weitergehen, und wir fahren zu einem unverhofften Highlight: Ceramica negra, schwarze Keramik.
In einer kleinen Handwerkergenossenschaft wird getöpfert und nach dem ersten Brennvorgang kommt das Ganze in Zedernholzschnipsel und Nadeln der Zeder. |
Unter großer Hitze zieht dann Kohlenstoff direkt in das Material, wird anschließend poliert und er gibt ein sehr schönes leichtes schwarzes „Porzellan“.
Wir kaufen ordentlich ein, bekommen ein bisschen Rabatt und freuen uns über ein wirklich originelles Mitbringsel. |
weiter zum Somoto Cañon... |
Letztes Ziel in Nicaragua soll ein erst vor 20 Jahren „entdeckter“ Canyon werden. Das Naturwunder wurde natürlich nur
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von der Zivilisation entdeckt, den einheimischen Indigenen war das lange bekannt. Wir fahren nach Somoto.
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eine Nacht im Nirgendwo... |
Die erste Nacht wollen wir frei, ganz nah am Canyon stehen. Das klappt auch, allerdings liegt ganz in der Nähe ein Betrunkener rum und schläft wohl. Leider wacht er später auf und meint, zu unserem Auto kommen zu müssen. Was von uns will, verstehen wir nicht wirklich.
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Er steht so zu, dass er wirklich kein klares Wort mehr rausbringt und wir ihm klarmachen, dass wir ihm weder helfen können noch wollen. Schön ist sowas nicht aber Angst bekommen wir vor dem mickrigen Trunkenbold nicht. Darf ich das so schreiben?
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Eigentlich wollten wir direkt am Fluss stehen, aber hier steht ein Restaurant mit lauter Musik, dafür einem spektakulären Sonnenuntergang...
Cañoning... |
Kurz hinter dem Örtchen hat sich ein ganzes Dorf rund um den Canyon entwickelt und fast alle bieten Führungen an.
Wir wählen den am besten besprochenen (Fausto Ramon) aus, da kann man auch gut stehen und bekommt Strom und Wasser. Das ist also unser Ziel, und wir sind nur wenig enttäuscht, als der Führer gar nicht da ist. |
Seine Nichte bietet an, uns am selben Tag den Canyon zu zeigen.
Der Ausflug beginnt etwas anstrengend, da wir fast 2 km bei ziemlicher Hitze laufen müssen, allerdings hätten wir den Eingang alleine nie gefunden und irgendwann sind wir am Wasser und ab hier lassen wir mal die Bilder sprechen. Es war ein grandioses Erlebnis. |
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Unsere Führerin ist nicht sehr mitteilsam, eigentlich läuft sie immer nur voran und manchmal sehen wir sie gar nicht mehr. Im Wasser ist das durchaus nicht nur schön, da Christin zwischendurch Krämpfe bekommt und wir Pause machen müssen.
Das Wasser ist aber angenehm temperiert, keine wilde Strömung und |
im Ergebnis treiben wir durch fast glasklares Wasser über den örtlichen kleinen Buntbarschen irgendwann durch den steilen Canyon zu dessen Ende.
Dort wartet ein Ruderboot auf uns und unsere Führerin. Das letzte Stück legen wir also komfortabel zurück. Nichts zu kritisieren, richtig gut organisiert. |
Trinkwasser in Somoto... |
Auch der Rückweg zum Stellplatz ist wieder ein bisschen anstrengend, wir sind froh, als wir den Dicken erreichen und gönnen uns ein Feierabendbier. Wasser gibt es nicht.
Auf meine Frage wird mir aber erklärt, dass am nächsten Morgen um fünf Uhr Trinkwasser aus der Leitung komme. Da sind wir ja mal gespannt. Tatsächlich beginnt gegen 5.00 Uhr morgens ein |
Kompressor zu knattern und wir können unseren Schlauch verbinden.
Mit ordentlich Druck füllen wir rasch unseren Tank und wir sehen bestätigt, dass Entwicklungshilfe aus Europa und Deutschland hier gleich 92 Siedlungen mit Trinkwasser versorgt hat. Allerdings im Ringsystem, jeden Tag eine andere Siedlung…. |
Abschied von Nicaragua... |
Wir bedanken uns mit einem extra Trinkgeld und brechen auf Richtung Grenze Honduras. Im letzten Ort vor der Grenze, in Ocotal, kaufen wir noch mal ein, da wir noch etwas Bargeld haben.
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Schöner zentraler Dorfplatz mit einer netten Kirche, tolle Obstverkäufer, Nicaragua zeigt sich noch einmal von seiner schönen Seite.
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Zusammenfassung... |
Insgesamt dürfen wir zusammenfassen, dass Nicaragua für uns ein sehr angenehmes Reiseland war. Die Menschen waren überall freundlich, die Preise deutlich günstiger als in Costa Rica. Wir waren des öfteren essen.
Wir haben deutlich weniger Tiere gesehen, dafür aber tolle Landschaften durchfahren und rauchende Vulkane, teilweise in idealer Kegelform, gesehen. Kultur und Städte sowie auch die Geschichte der Revolution sind wirklich interessant. Der ein oder andere erinnert sich sicher an die Iran Contra Affäre. |
Amerika konnte schon in den siebziger Jahren keinen Sozialismus brauchen oder leiden und finanzierte lieber Diktatoren und paramilitärische Gruppen.
Natürlich nehmen wir auch zur Kenntnis, dass heute ein Herrscher mit autokratischen Methoden an der Macht bleiben will und, da er Polizei und Militär auf seiner Seite hat, auch an der Macht bleibt. Nicaragua bekam aus Europa in den siebziger und achtziger Jahren viel Unterstützung, inzwischen sind da wohl manche Illusionen zerstoben. |